Supervision
Supervision ist eine relativ neue Form von Fortbildung und Beratung für Angehörige sozialer, pflegender, therapeutischer, erziehender und beratender Berufe. Die Supervision verfolgt drei Ziele:
- Die Optimierung der professionellen Kompetenz der Supervisanden im Umgang mit Klienten, Kollegen, Mitarbeitern und Untergebenen.
- Die Erhöhung und Wiederherstellung der Arbeitszufriedenheit, das Entgegenwirken von Burn-Out-Syndromen. Sie gibt Hilfen zur Verarbeitung starker psychischer Belastungen im Beruf, die entstanden sind durch eine schwierige Klientel oder durch problematische Kooperationsbeziehungen.
- Die Untersuchung des eigenen professionellen Handelns auf seine Wirksamkeit hin.

Insbesondere professionelle Beziehungen aus dem beruflichen Alltag, die dem/den Supervisanden unverständlich oder problematisch geblieben sind, können am Anfang stehen. Auch Teamprobleme können Auslöser für die Nachfrage nach einer Teamsupervision sein. Zum dritten sind die institutionellen Rahmenbedingungen im Stande, die Arbeit der Mitarbeiter zu blockieren. In der Regel geht es zunächst darum, an konkret erfahrenen Situationen die ihnen innewohnende Dynamik zu analysieren und erstmals ein Bewusstsein für die Komplexität der Konfliktursachen zu schaffen, die zwar von den Beteiligten erlebt und erlitten worden sind, oft jedoch noch nicht reflektiert werden konnten.
Adäquates Handeln bei einer schwierigen Klientel, die persönliche Problematik eines einzelnen Teammitgliedes, Entwertung oder Ausgrenzung der Teammitglieder untereinander, ein Klima von Misstrauen, unklare Arbeitsteilung, nicht offen ausgelebte Rivalitäten zwischen informellen Untergruppen des Teams oder parallel existierender Teams auf der gleichen Stufe oder zwischen verschiedenen Professionen in multiprofessionell zusammengesetzten Teams, mangelnde Klarheit seitens der leitenden Strukturen in übergeordneten Ebenen, undurchsichtige Formen der Ausübung der Dienst- und Fachaufsicht (Wer hat was zu sagen?) sind Gegenstände der Supervision.
Es gibt unterschiedliche Typen von Supervision:
- Einzelsupervision
- Gruppensupervision (für Angehörige einer Profession, die aber nicht in einem Team, sondern in verschiedenen Organisationen arbeiten. Die Arbeit an Fällen steht im Vordergrund).
- Teamsupervision (institutionell und gruppendynamisch, Teamentwicklung:
Fragen nach Klarheit der Aufgabenstellung, Arbeitsteilung, Organisations-, Informations-, Entscheidungs- und Problemlösungsprozessen, Beziehung zur Teamleitung, zu höheren Leitungsebenen, Entsprechung zwischen dem Bild des Teams von sich selbst und dem Bild, das die Organisation von ihm hat).
- Fallsupervision (Arbeit über die Beziehung zu einem Klienten)
- Organisationsberatung/-entwicklung (alle Beteiligten an einem Tisch, wenn interne Lösung nicht in Sicht ist. Ein produktiver Veränderungsprozess für die gesamte Organisation ist in Gang zu setzen, die Fragen nach Identität, Selbstverständnis, Orga-Abläufen werden gestellt, Kommunikationsoptimierung, Markt- und Klientenorientierung sind zu entwickeln bzw. zu verbessern).
- Leitungsberatung/Coaching (Persönlichkeit des Leiters/der Leiterin, Leitungsstil, Menschenführung, institutionelle – fördernde oder hindernde – Rahmenbedingungen)
